Bardenhagen-Gruppe

Mit Volldampf in die Zukunft

Die Bardenhagen Gruppe feiert ihr 30jähriges Firmenjubiläum

Im alten Hafen in Horneburg fing alles an. Damals wagten der junge Maschinenbaumeister Helmut Bardenhagen und seine Frau Inge den riskanten Schritt in die Selbständigkeit und verschuldeten sich dafür bis über beide Ohren. "Das waren für uns damals unvorstellbare Summen, die wir uns für die Übernahme der kleinen Dreherei leihen mussten", erinnert sich die gelernte Kauffrau, Inge Bardenhagen. "Am Anfang haben wir deshalb oft schlecht geschlafen." Das ist 30 Jahre her - und die kleine Dreherei von einst hat sich in drei Dekaden zu einem deutschlandweit agierenden mitteständischen Fachbetrieb für Instandhaltung in der Industrie gemausert.

Mit einer nächtlichen Schiffstour haben die heute 140 Mitarbeiter samt Ehepartnern das stolze Jubiläum im Dezember 2016 gefeiert. Von Stadersand ging es mit 200 Personen an Bord eines alten Fahrgastschiffes mit Schaufelradantrieb Richtung Hamburg. Bei gutem Essen und heißer Tanzmusik nahmen sie Kurs auf die gerade fertig gestellte Elbphilharmonie, Höhepunkt war dann der Einlauf in den Hamburger Hafen bei Nacht und sternenklarem Himmel. "Toll", schwärmten die Gäste. Viele von ihnen waren aus den mittlerweile sechs Firmenstandorten der Bardenhagen Gruppe in ganz Deutschland angereist, "sowas könnten wir gerne jedes Jahr machen."

Konnte das junge Unternehmen Bardenhagen von einst mit seinen drei Mitarbeitern damals noch auf dem berühmten "Sofa" im Horneburger Büro Platz finden, entwickelte sich das Familienunternehmen rasch. Mit Mut und Beharrlichkeit wurde aus der kleinen Dreherei zunächst ein Armaturen – Fachbetrieb. Entscheidend trug dazu die Nähe zum Chemiestandort Stade bei. Dort waren etwa innovative Verfahren zur Leckabdichtung im laufenden Betrieb gefragt, auf die Bardenhagen sich mehr und mehr spezialisierte. Entscheidend war nicht nur die Kompetenz der technischen Mitarbeiter, sondern auch die zuverlässige Rufbereitschaft der Firma rund um die Uhr. Hinzu kamen neue, zum Teil sehr spezielle Dienstleistungen wie das Rohrfrosten im laufenden Betrieb, das Laminieren von Rohrleitungen, das Anbohren von Rohrleitungen unter Druck und die mobile mechanische Bearbeitung vor Ort beim Kunden im laufenden Betrieb.

Helmut und Inge Bardenhagen waren dabei ein gutes Team: Er brachte die technische Kompetenz ein und sie hielt die Flöhe zusammen. Schon bald wurde der Standort am Hafen zu klein. Das Unternehmen zog 1989 in die Industriestraße in Horneburg um, wo die Firmenzentrale noch heute ansässig ist. Glücklicherweise – denn wenige Jahre nach dem Auszug aus der Hafenstraße wurde das gesamte ehemalige Areal bei einer Überschwemmung überflutet. Der Schaden wäre sicherlich groß gewesen. Zunächst diente eine ehemalige Obsthalle als Werkstatt. Die wurde bald zu klein, weshalb auf dem Firmengelände zwei neue Hallen und ein Bürogebäude errichtet wurden, die ab 1991 genutzt werden konnten. Heute arbeiten die Mitarbeiter am Standort Horneburg auf rund 1400 Quadratmeter Werkstattfläche. Für die Neufertigung sind dort moderne, CNC - gesteuerte Zerspanungsmaschinen im Einsatz. Der Reparaturbetrieb erfolgt auf konventionellen Maschinen.

Nach dem Umzug und dem Aufbau neuer Dienstleistungen im Unternehmen war der nächste logische Schritt die Gründung von Außenstellen an Orten, wo intensive Kundenbeziehungen aufgebaut worden waren. So entstanden eine eigenständige Tochterfirma in Berlin, sowie Niederlassungen in Leuna und Troisdorf bei Bonn.

Viel Zeit und Liebe investierte Helmut Bardenhagen in die Ausbildung junger Fachkräfte. Die ersten "Azubis" nahm der Maschinenbaumeister im Jahr 1987 in seine Obhut. Bis zu seinem Ausscheiden aus dem Unternehmen bildete er über 50 Dreher und Schlosser aus. Diese Tradition führen die neuen Eigentümer der Bardenhagen Gruppe weiter. Denn qualifizierte Fachkräfte sind das A & O in der Branche und rar auf dem Markt. Die Ansprüche an ihr Können sind gestiegen: Waren es einst Dreher und Schlosser, die die Arbeit erledigen konnten, so stellt Bardenhagen heute vorrangig Feinwerkmechaniker, Zerspanungstechniker und Mechatroniker ein. Derzeit absolvieren 11 junge Männer ihre Lehrzeit in der Bardenhagen Gruppe.

Das herannahende Rentenalter im Blick bemühte sich das Ehepaar Bardenhagen frühzeitig um eine Nachfolgerregelung, mit der der Fortbestand des Unternehmens auch über die aktive Zeit der Gründer hinaus sichergestellt werden konnte. Im September 2011, als die Firma 25jähriges Bestehen feierte, verkauften sie das Unternehmen mit seinen damals rund 80 Mitarbeitern an den Diplom-Kaufmann Gerhard Mukbel und den Ingenieur Dr. Norbert Wolter, die heutigen Gesellschafter der Bardenhagen Gruppe.

Die neuen Eigentümer gründeten Tochtergesellschaften in Schwedt an der Oder (2012) und in Heide in Schleswig Holstein (2013) - jeweils auf dem Gelände der dortigen Raffinerien. Die ehemalige Niederlassung in Troisdorf bei Köln wurde zunächst nach Hürth verlagert und zog schließlich 2016 in eine deutlich geräumigere Halle nach Bergheim um. Heute verfügt das Unternehmen insgesamt über rund 140 Mitarbeiter an sechs Standorten in ganz Deutschland und steht auf gesunden Füßen.

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